Schwierigkeiten und Problemen begegnet Père Pedro mit erstaunlicher Gelassenheit. „Wenn in Akamasoa etwas dringend gemacht werden muss, dann fangen wir einfach an. Wir können nicht warten bis alles behördlich und finanziell geregelt ist.“, sagte er mir bei meinem letzten Besuch im Mai 2008.
Es ging um den Bau eines Gesundheitszentrums für die Dörfer um Mahatsara, Betsizaraina, auf dem gegenüberliegenden Hügel vom Stadtteil Andralanitra, dem Sitz des Hilfswerkes "Association Humanitaire Akamasoa". Dort sind schon ein Gymnasium, eine Grundschule, Kindergarten, eine Ausbildungsgärtnerei, eine Lehrwerkstatt für Kraftfahrzeugmechanik und Eisenverarbeitung und eine Großküche fertiggestellt. Der Weg zum Zentrum Akamasoa, in dem es eine ambulante Anlaufstelle gibt, ist beschwerlich und weit. Die unbefestigten Straßen sind kaum befahrbar, bei Regen überhaupt nicht und bei akuten Krankheitsfällen ist rechtzeitige Hilfe nötig. Ein geeignetes Grundstück ist vorhanden, die Menschen krempeln die Ärmel hoch und beginnen mit der Erschließung.
alle Fotos: Vinzenz Spaniol 2008
Der Willkür der Behörden, der unter dem Ratsiraka-Regime kaum Grenzen gesetzt wurden, entgegnet Père Pedro mit eisernem Durchhaltevermögen und spektakulären Aktionen. Als in den 90er Jahren die Zoll- und Liegegebühren für die Einfuhr und Lagerung der für ihn bestimmten Container mit Hilfsgütern dermaßen hoch angesetzt wurden, dass sie den Wert des Inhaltes weit überschritten und ihm die finanziellen Mittel fehlten sie auszulösen, lud er die Weltpresse in den Hafen von Toamasina (Tamatave) ein und kippte mit seinen Mitarbeitern die Container kurzerhand ins Hafenbecken, bevor korrupte Beamte deren Inhalt unter sich aufteilen und zu Geld machen konnten.
Erst unter dem seit 2002 regierenden Präsidenten Ravalomanana erhielt das Hilfswerk Akamasoa im Februar 2004 die Anerkennung als gemeinnützige Organisation. In der Praxis bedeutet dies jedoch lediglich, dass nun bestimmte Hilfslieferungen zollfrei eingeführt werden können. Ansonsten unterstützt der Staat Madagaskar das Werk Père Pedros nicht. Im Gegenteil: Auch jetzt noch ist er schikanösen Verzögerungen und Demütigungen bei der Bearbeitung von Anträgen in den Behörden ausgesetzt.
Pedro Opeka erfährt weltweite Unterstützung. Viele Organisationen, insbesondere aus Frankreich, Slowenien und Italien, die Europäische Union, das Fürstenhaus Grimaldi in Monaco und der dortige Verein APPO sammeln Spenden oder finanzieren bestimmte Projekte Pater Pedros. Kiwanis Klubs aus Österreich bauten mit ihren Spenden ein Krankenhaus in Akamasoa. Um das Hilfswerk Père Pedros auch in Deutschland bekannter zu machen und mit Sammlung von Spenden zu helfen, wurde 2007 in München der gemeinnützige Verein "Madagaskar und wir" gegründet. Die Paul-Moor Förderschule und das Hölty-Gymnasium in Wunstorf bei Hannover sammelten beispielhaft mit vielen außergewöhnlichen Aktionen Spenden und übergaben erst kürzlich den stolzen Betrag von über 55.000,00 Euro u. a. für das neue Gesundheitszentrum in Mahatsara.
Kind in Akamasoa
Sonntagsmesse in der Sporthalle Akamasoa
Der Missionar und Seelsorger Père Pedro schöpft seine Kraft aus seinem Glauben. Tausende von Menschen besuchen jeden Sonntag die Messe in Akamasoa, in der er mit sichtbarer Freude in madagassischer Sprache das Evangelium verkündet und predigt. Hunderte von ihnen feiern auf dem großen Platz vor der überfüllten Sporthalle mit. Wer einen dieser Gottesdienste besucht (an jedem Sonntag um 08:30 Uhr) wird unweigerlich in diese fast magische Atmosphäre mit hineingezogen. Diese tiefe Frömmigkeit und Anteilnahme aller, ob Kind oder Greis, in der Sehnsucht und Dankbarkeit durch Gebet, Gesang und Tanz ergreifend zum Ausdruck gebracht werden, lässt selbst die abgebrühtesten, fotografierenden Touristen im Laufe der Messe immer nachdenklicher werden.
Pedro Opeka gilt weltweit als würdiger Nachfolger von Mutter Teresa und Abbé Pierre, mit dem er zu dessen Lebzeiten in engem Kontakt stand. Er wurde 2005, wie zuvor Mutter Teresa, mit der World Service Medal ausgezeichnet. Im Oktober 2007 wurde er von der französischen Regierung zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Er ist für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Was er mit dem bescheidenen Hinweis kommentiert, dass ihm alles recht sei, wenn es nur seinen Kindern zugute kommt!
Forum Madagaskar schließt sich den zahlreichen Gratulanten aus aller Welt zu Père Pedros 60. Geburtstag an und wird weiterhin ihn und sein Werk unterstützen.
Vinzenz Spaniol, Forum Madagaskar
Père Pedro Opeka im Internet:
www.pere-pedro.org (deutsch)
www.perepedro.com (französisch)
Spenden für das Hilfswerk "Association Humanitaire Akamasoa":
Spendenkonto Pater Pedro
Kreissparkasse München-Starnberg
Kontonummer: 17047796
Bankleitzahl: 702 501 50
Eine Spendenbescheinigung für das Finanzamt wird Ihnen zugeschickt.
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Mitglied im gemeinnützigen Verein "Madagaskar und wir"